Gert Kowarowsky, Psychologischer Psychotherapeut, Psychotherapeutische Schulen: Gesprächs-Psychotherapie

Gesprächs-Psychotherapie

Die Gesprächspsychotherapie sieht in der therapeutischen Beziehung den zentralen Wirkfaktor. Sie unterscheidet zwei Beziehungskonzepte: In der Alter-Ego-Beziehung versucht der Therapeut in der Rolle eines „anderen Selbst” des Patienten dessen Selbstverständigung, dessen inneres Zwiegespräch mit sich selbst anzuregen, in der Dialog-Beziehung nimmt der Therapeut als der bedeutsame Andere Stellung und macht sich transparent. In beiden Beziehungskonzepten wird dem Therapeuten die Rolle eines Teilnehmers, eines „Mitspielers” der therapeutischen Interaktion zugewiesen. Neben der Bedeutung dieser Teilnehmerperspektive wird die Beobachterbeziehung als die interaktionelle Austauschprozesse klärende und korrigierende Hintergrundperspektive betont. Diese Austauschprozesse werden rollentheoretisch interpretiert.

Jobst  Finke, Ludwig Teusch 2004